Interim Management in der Ukraine

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Als Interim Manager in der Ukraine

Ukraine ist ein sehr spezielles Land im Vergleich zu Weißrussland und zu Russland. Es ist ein sehr zerrissenes Land. Einerseits möchte dieses Land mit den Westeuropäern zusammenwachsen, andererseits kann es sich nicht wirklich von Russland abkoppeln. Die politische Situation kann sich im Gegensatz zu Weißrussland schlagartig ändern.

Aufgrund der wechselhaften und undurchsichtigen politischen Situation haben sich halbstaatliche Organisationen gebildet, die negative Auswirkungen auf die Wirtschaft abfedern. Dort werden Weichen für gemeinsame Interessen im Vorfeld gestellt, um eine berechenbarere Lage für die Geschäftstätigkeit herzustellen. Das ist nicht unbedingt mit einem großen finanziellen Aufwand verbunden. Persönliche Beziehungen entscheiden über Erfolge und Mißerfolg, weitaus ausgeprägter als in Russland und deutlich umfangreicher als in Weißrussland. Wer die Gratwanderung übersteht und den Durchblick bewahrt kann sowohl wirtschaftlich wie auch politisch erfolgreich aktiv werden und dauerhaft bestehen bleiben.

Das Lohnniveau ist in der Ukraine sehr gering. Selbst in Städten wie Kiew, Odessa, Lvow und Dnepropetrovsk liegen die Durchschnittslöhne monatlich unter 500.- € , in den ländlichen Gebieten sogar unter 120,- € monatlich. Auf den ersten Blick kommt der Eindruck auf, dass die Qualität sich auf dem gleichen Niveau befindet. Das lässt sich jedoch bereits durch geringe Anreize leicht verbessern und sogar auf das gleiche Niveau heben, wie wir es aus den westeuropäischen Unternehmen kennen. Der Interim-Manager hat in der Gegend um Kiew ein Produktionswerk für einen Automobilzulieferer aufgebaut, welches nach ca. 2 Jahren das gleiche Qualitätsniveau geliefert hat, wie es aus der deutschen Muttergesellschaft gewohnt war. Dies jedoch mit einem Personalaufwand von ca. 20 % der deutschen Muttergesellschaft. Das Produktionswerk umfasst ca. 800 Mitarbeiter.

Die eigene Vorteilsnahme ist über sämtliche Bereiche der Wirtschaft und Politik sehr stark ausgeprägt und zählt eher zum Volkssport als zu den Delikten. Die Bevölkerung fühlt sich von den Machthabern zwar ausgenutzt, wehrt sich dagegen aber nicht in Form von Streik oder Forderungen nach Reformen. Der Grund dafür liegt in der Sichtweise, das selbst jene, die ausgebeutet werden, in der Ausbeutung keinen wirklichen Delikt sehen, sondern selbst den Volkssport aktiv betreiben und mit gleichen Waffen zurückschlagen.

In der Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen wird diese Sichtweise besonders deutlich. Bei Übernahmen von inländischen Unternehmen kommen seltsame Praktiken zum Vorschein, die für Westeuropäer befremdlich erscheinen. Einige Beispiele:

  • ganze Geschäftsbereiche brechen zusammen, da die Geschäftsvorfälle intransparent sind oder weil sie nur durch die persönliche Bindung einzelner Personen (in der Regel des Eigentümers) existieren.
  • es werden Transaktionen entdeckt, die in keinen Büchern erscheinen, weder als Einnahmen noch als Ausgaben.
  • stämmige Männer in dunklen Anzügen melden sich bei Ihnen mit Ansprüchen an das Unternehmen aus früheren Geschäften, die man vermittelt hat.
  • die Steuerinspektionen melden sich zu einer außergewöhnlichen Prüfung an. Sie sind verwundert, wie die Steuerprüfer gezielt in Transaktionen hineinschauen, die hohe steuerliche Risiken in sich bergen, Ihnen jedoch im Rahmen der Due Diligence nicht zugänglich waren.
  • die Hauptbuchhalterin gerät dadurch in Panik und kündigt. Für die verbleibenden zwei Wochen Kündigungsfrist meldet sie sich krank.
  • zu allem Überfluss erfahren Sie nebenbei, dass der Vetter des Veräußerers gerade ein ähnliches Business startet.
  • Nachdem die Mitarbeiter nun nicht mehr durch den bisherigen Eigentümer eingeschüchtert werden, fordern diese über die Arbeitsinspektion und die Behörde für Wirtschaftskriminalität ihre Rechte ein.
  • Auf dem Flur geht das Gerücht um, es habe beim Begriff der doppelten Buchführung zwischen dem Veräußerer und Ihnen wohl ein Missverständnis gegeben.

Insgesamt stellen Sie fest, dass die durchgeführte Due Diligence offensichtlich nicht alle relevante Bereiche erfasst hat. Man sollte jedoch nicht den Kopf verlieren und auf jeden Fall die Ruhe bewahren. Selbst solche Situationen wie die hier beschriebenen lassen sich meist mit überschaubarem Aufwand lösen, wenn der Interim-Manager die Stellschrauben kennt, die er bewegen muß.

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