Interim-Management in den USA – immer ein ganz besonderes Projekt!

usa interim managementSpätestens seitdem die einstige Automobilhochburg in Detroit zusammengebrochen ist, weht in der amerikanischen Automobilindustrie ein anderer Wind. Von Preisanstiegen für Benzin blieb auch die amerikanische Bevölkerung über die Jahre hinweg nicht verschont. Die logische Konsequenz: immer mehr Bürger setzen lieber auf sparsame Pkw’s als auf die bis vor einigen Jahren so beliebten, spritschluckenden Pick-up Trucks. Gehörte der Pick-up Truck vor einigen Dekaden noch zum „American-Dream“, sieht die Realität Stand 2018 anders aus. Und so haben die europäischen und asiatischen Autohersteller dieser Welt – allen voran Daimler, BMW und VW – ihre Präsenz in der amerikanischen Autoindustrie über die Jahre hinweg systematisch ausgebaut und gestärkt.

Die Lieferanten müssen sich neu aufstellen

Dieser Wandel in der Automobilindustrie hat nicht nur einen großen Einfluss auf die Bevölkerung in den USA, sondern vor allem auf die Lieferanten. Diese müssen sich nämlich zwangsläufig neu aufstellen, ihre Standortstrategien überdenken und die Fertigungstiefe in den USA voll in ihre Planung mit integrieren.

Das Ergebnis dieses Umdenkens ist der sog. „German Triangle“, der das Gebiet zwischen den strategisch wichtigen Fertigungsorten Carolina, Alabama und Tennessee beschreibt. Nie war der Markteintritt hier attraktiver – und nie das Risiko greifbarer, durch Abwesenheit auch in Deutschland als Zulieferer oder OEM ins Abseits zu geraten.

Bei Change- und Lean Management-Prozessen ist zu berücksichtigen: „Veränderungen beginnen im Kopf.“

Die Rolle des Interim-Management in den USA

Wurden Interim-Manager in den USA zunächst überwiegend im Finanz- und IT-Bereich eingesetzt, sind über die Jahre zahlreiche weitere Industriesektoren dazugekommen, insbesondere im Automotive-Sektor. Trotzdem ist die Anzahl der Interim-Manager im Vergleich zu anderen Ländern sicherlich noch unterentwickelt. Der Grund ist offensichtlich:  die flexible Arbeitsgesetzgebung in den USA – das sog. „hire & fire“ Prinzip – welches dem Interim-Management einen wesentlichen Teil der Geschäftsgrundlage entzieht. Für die Überbrückung von Vakanzen besteht oft einfach keine Notwendigkeit.

Vor Aufnahme eines Interim Management Mandats – das gilt es zu beachten!

  • Zu beachten sind immer die Auflagen, die man vor Aufnahme eines Interim Management Mandats zu erfüllen hat:

    • zur offiziellen Aufnahme einer Beschäftigung in den USA wird ein entsprechendes Visum und eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis gefordert
    • die Einreise via Touristenvisum ist nicht möglich
    • auch das Beantragen der nötigen Dokumente während des Aufenthalts ist nicht möglich. Das Visum muss also von Deutschland aus, gemeinsam mit dem Arbeitgeber, beantragt werden
    • für vorübergehende, befristete Beschäftigungen gibt es spezielle Visa, wie z. B. ds H-1B Visum für hochqualifizierte Arbeitnehmer in Spezialberufen oder das H-2B Visum für Facharbeitskräfte auf Zeit
    • das H-1B Visum wird nur an Personen vergeben, die einen Universitätsabschluss oder eine vergleichbare Ausbildung nachweisen können
    • wer firmenintern von Deutschland nach Amerika versetzt wird, braucht ein sog. L1-Visum, das über die Firma selbst beantragt wird
    • Die Arbeitserlaubnis (EAD) ist zeitlich auf ein oder zwei Jahre begrenzt, kann jedoch erneuert werden, wenn die Erneuerung mnd. 90 Tage vor Ablauf beantragt wird

Einige der Aufgaben, die unsere Interim Manager in USA ausgeführt haben:

  • Finance Director, Integration Management, Sondermaschinenbau
  • Coaching, Umsetzung der Vertriebsstrategie, Mess- und Prüftechnik
  • CEO, Gesamtverantwortung für die Fachbereiche Produktion, Supply Chain, Entwicklung, Automotive
  • Werkleitung, Produktionsverlagerung von Deutschland in die USA, Maschinenbau
  • Operations Auditor, Spezialchemie
  • Projektmanager, Programm Manager zur Neuausrichtung, Spezialchemie
  • Projektmanager, Abstimmen und Koordination der Arbeitspakete zwischen Kunde und R&D, Elektronik
  • Projektmanager, Hybrid-Fahrzeuge, Automotive
  • Projektmanager, Unterstützung des Produktionsstandortes für den Serienanlauf, zuständig für Spritzgießwerkzeugerstellung, Automotive
  • Consultant, Standortplanung für Produktion und Vertrieb, Nahrungsmittel
  • Strategischer Einkauf, Recherche, Qualifizierung, Verhandlung und Vertragsschluss, Automotive

Unsere Interim Manager für die USA

Neben absoluten Notwendigkeiten wie zum Beispiel Arbeitserlaubnis, Fahrerlaubnis und Sprache verfügen unsere Interim Manager über die jahrelange Arbeitspraxis in den USA, die notwendig ist, um z. B. als Projekt Manager oder Linien-Manager in den USA bestehen zu können.

Amerika ist anders

Autor: R.B.

Wer glaubt mit standardisierten Lösungen, die in Europa durchaus erfolgreich vermarktet werden konnten, in den USA nachhaltig erfolgreich zu sein, wird Schiffbruch erleiden. Schlüssel zum Erfolg – und das gilt gerade in Zeiten, die durch erhebliche Unsicherheitsfaktoren gekennzeichnet sind – liegt in einem sehr engen Kontakt zum Kunden und der Fähigkeit, sich wirklich auf die Anforderungen des Kunden einzulassen und die Lösungen schnell, flexibel, rasch und zuverlässig zu liefern.

Kundenorientierung ist mehr als ein exzellenter Kundendienst, sondern umfasst die gesamten Geschäftsprozesse. Viele der Geschäftsprozesse, die wir aus Europa kennen, laufen in den USA ganz anders ab. Nur wer sich darauf einstellt, „amerikanisch“ wird, wird erfolgreich sein.

Für Unternehmen bedeutet das, dass die Organisation vor Ort technisch kompetent und flexibel aufgestellt sein muss und die Prozesse innerhalb des Unternehmens auf beiden Seiten des Atlanik sehr flexibel und konsequent auf die jeweils lokalen Kundenbedürfnisse ausgerichtet sein muss.

Diese Mittlerfunktion zwischen dem Stammhaus und den ausländischen Töchtern ist ein ideales Einsatzgebiet, in dem Interim Manager, die sowohl die amerikanischen Mentalität kennen aber auch das europäische Denken verinnerlicht haben, einen erheblichen Mehrwert bringen können.

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